Amt für Wald beider Basel: Habitatmodellierung der Waldameisen

Habitatmodelle sind wertvolle Instrumente des Naturschutzes. Sie werden angewendet, um die räumliche Verteilung einer Art besser verstehen und erklären zu können. Im Falle der Waldameisen waren nach der flächendeckenden Kartierung der Nester in den Kantonen Baselland und Basel-Stadt noch viele Fragen über ihre Habitat-Präferenzen offen. Das Amt für Wald beider Basel beschloss, diese Fragen anhand eines statistischen Habitatmodell abzuklären.

Das von nateco entwickelte Modell berechnet die Habitateignung und somit die Vorkommenswahrscheinlichkeit eines Ameisennests aufgrund definierter Parametern mit einer räumlichen Auflösung von 10m und berücksichtigt sogar die Fehlerquote unserer Kartierungsmethode, d.h. quantifiziert, wie viele Nester möglicherweise übersehen worden sind.

Das Modell brachte ans Licht spannende Zusammenhänge zwischen den Waldameisen und Habitatfaktoren wie der vertikalen Struktur oder dem Fragmentierungsgrade des Waldes. Optimale Lebensraumbedingungen für die zwei häufigsten Waldameisenarten im Baselland, die Kahlrückige und die Rote Waldameise, wurden ermittelt.

Basierend auf dem Modell können Massnahmen für den Ameisenschutz abgeleitet und Karten generiert werden, mit welchen der Kanton Wert- und Defizitgebiete identifizieren kann. Die Modellierung war eine sinnvolle Ergänzung zur Kartierung und zum parallel laufenden Projekt Ameisenzeit, welche beide die Förderung der bedrohten Waldmeisen zum Ziel haben.

Bild Diego KartierungBild Habitatmodellierung

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Auftraggeber:
Amt für Wald beider Basel

Ziel / Nutzen:
Visuelle Darstellung potenzieller Habitate, Identifizierung der Defizitgebiete, Grundlage für Schutzmassnahmen

Jahr:
2017